Ja zu Bodycams - aber nicht als „Stummfilm“!

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßt den Pilotversuch von Bodycams bei der Bayerischen Polizei in München, Augsburg und Rosenheim. Landesvorsitzender Hermann Benker sieht in diesen Mini-Kameras ein geeignetes Mittel zur Verhinderung von Gewalt gegen Polizei und zugleich zur Dokumentation des Geschehens. Nach seiner Ansicht können durch entsprechende Aufnahmen die Polizeibeamtinnen und –beamte bei unberechtigten Vorwürfen entlastet werden. Die Videoaufzeichnungen müssen allerdings anders als in Hessen auch mit Ton erfolgen.

Ihre bereits im Januar 2014 erhobene Forderung nach Film- und Tonaufzeichnung mittels Bodycams begründet die DPolG damit, dass körperlichen Angriffen gegen die Polizei zumeist verbale Attacken vorausgehen. „Ohne den Ton wird die gesamte Einsatzsituation nur unvollständig dokumentiert“, befürchtet Benker. „Ein solcher Stummfilm ist nicht aussagekräftig!“

Die Bedenken des Bayerischen Datenschutzbeauftragten, dass dies zum Gegenfilmen durch den Bürger führen würde, hält Benker für absolut realitätsfremd. Genau das Gegenteil ist längst der Fall: Jeder Polizeieinsatz wird inzwischen mit Handykameras aufgezeichnet und aus dem Zusammenhang gerissen veröffentlicht. Mittels Bodycams kann die Polizei künftig dagegenhalten und für Aufklärung sorgen.