
Unsere Positionen und Forderungen - örtlicher Personalrat des Bayerischen Landeskriminalamt
Einkommensgerechtigkeit durch stufengleiche Entwicklung

Stufengleiche Höhergruppierung im Tarifbereich
Wir fordern den stufengleichen Aufstieg im Tarifbereich, um die finanzielle Entwertung beruflicher Entwicklung zu stoppen. Aktuell führen Höhergruppierungen oft nur zu einem geringen Anstieg des Entgelts, da Beschäftigte in niedrigere Stufen zurückfallen. Es ist unwürdig, wenn engagierte Kollegen bei einem Mindestbetrag von lediglich 100 Euro brutto hängen bleiben.
Im Geltungsbereich des TVöD ist die stufengleiche Zuordnung längst Standard und sorgt für echte Gehaltszuwächse. Unsere Polizeiangestellten leisten hoch motiviert eine qualifizierte Arbeit und dürfen finanziell nicht länger benachteiligt werden.
Höherwertige Stellen für Stille Helden
Die Schaffung höherwertiger Tarifstellen und eine leistungsgerechte Eingruppierung sind zwingend erforderlich, um als moderner Arbeitgeber ernst genommen zu werden.
Unsere Spezialisten im Tarifbereich entlasten den Vollzug massiv und bearbeiten oft komplexe Sachverhalte eigenständig. Ohne echte finanzielle Anreize und die vermehrte Nutzung von Zulagen verlieren wir im „Kampf um die besten Köpfe“ dauerhaft wertvolle Fachkräfte. Wir fordern daher flexible Lösungen, die der Fachexpertise und dem Engagement unserer Tarifbeschäftigten endlich gerecht werden.
Ausbau der Ermittlungsassistenzen
Wir setzen uns dafür ein, dass das Modell der Ermittlungsassistenzen über den Probebetrieb hinaus signifikant ausgebaut wird. Diese neu geschaffenen Stellen mit höheren Eingruppierungen haben sich als pragmatischer Lösungsansatz bereits bewährt.
Durch solche modernen Modelle können wir spürbar höherwertige Dienstposten schaffen und die Organisation zukunftsfähig aufstellen.
Die Beteiligung von Personalräten und Behördenleitung zeigt, dass früher undenkbare Wege bei offener Herangehensweise zum Erfolg führen. Wir kämpfen nachhaltig für die Verstetigung dieser Karrierechancen.

Karrierewege für Spezialisten zukunftsfähig modernisieren
Anpassung des kriminalpolizeilichen Laufbahnkonzepts
Die Beförderungsmöglichkeiten in der 3. QE stellen ein grundsätzliches Problem dar, das attraktive Karriereperspektiven für junge Beamte verhindert. Wir verlangen, dass kriminalpolizeiliche Dienstposten grundsätzlich mit A9 bis A11, in der Spitze bis A12 bewertet werden.
Derzeit fühlen sich viele Spezialisten gezwungen, ihren Fachbereich für Beförderungen zu verlassen, was zu
einem massiven Wissensverlust führt.
Fachspezifische Dienstposten und Sachbearbeiter müssen daher konsequent bis A13 eingestuft werden können. Nur so bleibt die Tätigkeit in der Kriminalpolizei langfristig motivierend.
Aufwertung von Führungsfunktionen
Um der hohen Verantwortung im Dienstalltag gerecht zu werden, müssen die Dienstposten in den Führungsfunktionen der 3. QE auf A13 und A14 angepasst werden. Die zunehmende Komplexität der Ermittlungsarbeit erfordert Führungskräfte, deren Besoldung die tatsächliche Last der Verantwortung widerspiegelt.
Wir fordern eine Stellenplanung, die Fachwissen schützt und den Aufstieg innerhalb der eigenen Spezialisierung ermöglicht. Echte Wertschätzung zeigt sich in einem Laufbahnkonzept, das Leistung honoriert und Experten eine langfristige Heimat in ihrem Fachgebiet bietet.
Gerechte Zeitrechnung und flexible Dienstgestaltung

Reisezeit ist volle Dienstzeit
Die Arbeit in Ermittlungsdienststellen erfordert regelmäßige Dienstreisen, doch die aktuelle Vergütung der Reisezeiten ist unzureichend. Wir fordern die Anerkennung der erforderlichen Reisezeiten aller Beschäftigten als volle Dienstzeit ohne Abzüge. Es ist demotivierend, wenn Dienstzeiten jenseits fiktiver Grenzen nur anteilig gewertet werden.
Wer im Auftrag des Dienstherrn unterwegs ist, leistet vollen Einsatz und verdient eine entsprechende Anrechnung auf dem Arbeitszeitkonto.
Eine gerechte Zeitrechnung ist die Grundvoraussetzung für die Akzeptanz von Außenterminen und Fortbildungen.
Zeitlose Flexibilität durch Ausstattung
Wir setzen uns für flexiblere Arbeitsformen ein, die durch moderne technische Ausstattung wie iPhones und FZI-Clients gestützt werden. Die Polizei
hat bewiesen, dass sie in geeigneten Bereichen mobil und hocheffizient arbeiten kann, wenn die Software praktikabel ist.
Schlankere Prozesse und die volle Ausschöpfung von Home-office-Möglichkeiten tragen wesentlich zur Entlastung der Organisation bei.
Wir fordern neue Lösungen, um finanzielle Abhängigkeiten von Großkonzernen bei Lizenzen zu minimieren.
Nur mit funktionierenden Programmen können wir ernsthaft um die besten Köpfe ringen.
Flexible Zeitmodelle gegen Mehrbezahlung
Zukünftig müssen auch flexible Arbeitszeitmodelle gegen Mehrbezahlung mit gedacht werden, um individuellen
Lebensentwürfen gerecht zu werden.
In Zeiten von Mietpreisexplosionen und Inflation ist eine flexible Gestaltung der Dienstzeit ein wichtiges Instrument
der Mitarbeiterbindung.
Der zweite Flextag war ein erster Schritt, doch wir fordern eine konsequente Weiterentwicklung dieser Modelle. Die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf darf kein Schlagwort bleiben, sondern muss durch zeitgemäße Rahmenbedingungen unterfüttert werden. Wir kämpfen für eine Dienstgestaltung, die sich am Leben der Beschäftigten orientiert.

Prävention und Wohlbefinden am modernen Arbeitsplatz
Der ergonomische Büroarbeitsplatz
als Standard Wir fordern eine moderne Büroausstattung, die elektrisch höhenverstellbare Schreibtische zur Regel und nicht zur Ausnahme macht. Eine moderne Arbeitswelt erfordert Standards, die Rückenschmerzen und stressbedingten Erkrankungen präventiv vorbeugen. In Zeiten flexibler Arbeitsplatzlösungen müssen Büros variabel für mehrere Beschäftigte nutzbar sein und zwei Bildschirme sowie Tageslichtleuchten bieten. Es ist unhaltbar, dass die Raumausstattung oft an Kosten statt an den tatsächlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter ausgerichtet wird. Wir verlangen die Festlegung klar definierter Mindeststandards für die Gesunderhaltung.
Fitnessraum für Gesundheit und Teamgeist
Am Hauptstandort ist die Einrichtung eines Fitnessraums von zentraler Bedeutung, um körperliche Bewegung in den fordernden Büroalltag zu integrieren. Regelmäßiger Sport beugt Verspannungen vor und hilft, den täglichen Stress in einem belastenden Arbeitsumfeld abzubauen. Ein solches Angebot fördert zudem den Zusammenhalt unter den Kollegen und verbessert das Betriebsklima nachhaltig.
Wir fordern Investitionen in die physische und psychische Gesundheit, die ein deutliches Signal der Wertschätzung aussenden. Wer sich im Arbeitsumfeld wohl fühlt, bleibt langfristig motiviert und dem Dienstherrn verbunden.
Schutz bei psychischen Belastungen
In kaum einem Beruf ist das Risiko für Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) so hoch wie bei der Polizei.
Wir fordern, dass Dienstunfälle bei besonders belastenden Ereignissen von vornherein anerkannt werden, ohne dass Kollegen jahrelang um Nachweise kämpfen müssen.
Der Dienstherr muss seiner grundgesetzlichen Fürsorgepflicht nachkommen und vorsorgliche Dienstunfallmeldungen zur Selbstverständlichkeit
machen. Belastende Bilder und tätliche Angriffe sind Teil des Alltags und hinterlassen Spuren, die eine sofortige
und unbürokratische Unterstützung erfordern. Gesundheitsschutz umfasst Körper und Seele gleichermaßen.